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NETZWERK & KOMMUNIKATION : IT-SICHERHEIT 2008

WACHSTUMSBRANCHE CYBERKRIMINALITÄT

Auch in diesem Jahr ist an der Sicherheitsfront nicht mit Entwarnung zu rechnen. Immer komplexer werdende IT-Infrastrukturen bieten immer mehr Ansatzpunkte für immer raffinierter werdende Angriffsmethoden. Die IT-Sicherheitsbranche rechnet deshalb mit einer deutlichen Zunahme des Bedrohungspotenzials.

Johannes Fritsche/dk

Netzwerk-Kriminalität kann inzwischen als Industriezweig gelten, der mehr als 100 Milliarden Dollar im Jahr erwirtschaftet", schätzt Mary Landesmann, leitende ITSicherheitsforscherin bei ScanSafe. Um die Dimension des Risikos für die IT-Infrastruktur von Unternehmen und die Rechner von Privatanwendern zu verdeutlichen, verweist sie auf Untersuchungen des SANSInstitutes (SysAdmin, Audit, Networking and Security), wonach spätestens nach einer halben Stunde nach der Verbindung mit dem Internet 55 Prozent aller ungeschützten PCs verseucht wurden, meist mit Spyware. Wie kritisch die aktuelle und künftige Bedrohungslage ist, zeigt die Magdeburger AV-Test GmbH auf: Im vergangenen Jahr zählte das unabhängige Test-Institut mehr als fünf Millionen neue Schadprogramme, in den ersten zwei Wochen des laufenden Jahres bereits knapp 120000, die erstmalig in Umlauf gebracht wurden.

"Zu den wichtigsten Herausforderungen für 2008 gehört es daher, Nutzer zu schulen, damit sie gefährliche Situationen rechtzeitig erkennen und richtig handeln können", fordert Mary Landesmann. Voraussetzung dafür sind wirksame Software- und Hardware- Schutzlösungen. Entsprechend boomt der weltweite Markt für IT-Sicherheit.

Allein in Deutschland wurden im vergangenen Jahr nach Erhebungen der Experton Group mit Sicherheitsprodukten rund 2,08 Milliarden Euro umgesetzt, was gegenüber dem Vorjahr einem Zuwachs von 13,4 Prozent entspricht. Eine ähnliche Entwicklung zeichnet sich im Segment für IT-Sicherheitsdienstleistungen ab, die im Vergleich zum Vorjahr um 11,5 Prozent zulegen und ein Umsatzvolumen von 1,86 Milliarden Euro erreichen sollen.

Business&IT hat eine Reihe von Anbietern in diesem Markt befragt, wie sie die Entwicklung der Bedrohung für Firmen und Anwender im Jahr 2008 einschätzen. Einig sind sich die Experten, dass Viren und Spam als "Dauerbrenner" die Unternehmen nach wie vor auf hohem Niveau belasten werden, dass vor allem aber die Kombination von infizierten Webseiten mit Social-Engineering- Methoden sich zu einem besonders gefährlichen Angriffsmittel entwickeln wird. Unter anderem deshalb rücken auch das Sicherheitswissen der Anwender, ihr Verhalten und wie man es positiv beeinflussen kann, mehr als bisher in den Vordergrund. Auch die Virtualisierung auf Betriebssystem- und Serverebene wird zunehmend zu einem Angriffspunkt.


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